Das Tongariro Alpine Crossing, kurz Tongariro Crossing, ist der König der Tageswanderungen und die berühmteste und beliebteste Wanderstrecke auf Neuseelands Nordinsel. Bis zu 3000 Wanderfreudige am Tag durchqueren den faszinierenden Tongariro National Park mitten im Herzen des Landes, nahe des Lake Taupo.

Was macht den Tongariro Nationalpark und seinen Wanderweg so besonders? Jahrtausendelange vulkanische Aktivitäten haben in diesem Nationalpark eine bizarre, karge Landschaft geschaffen, in der hinter jeder Kurve neue, atemberaubende Ausblicke auf dich warten: Riesige Vulkankrater, türkisblaue Bergseen und Lavafelder werden abgelöst von weiter Tundra-Landschaft und Farnwäldern. Nirgendwo sonst auf der Nordinsel habe ich eine derart spektakuläre Landschaft gesehen. Wenn du ein Naturliebhaber bist und gerne mehrere Stunden am Stück auf den Beinen bist, gehört das Tongariro Crossing für dich zu den Must-do´s der Nordinsel!

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Ich habe das Tongariro Crossing gemacht und möchte dir in diesem Artikel alles Wichtige über diese Trekkingroute erzählen und meine Erfahrungen mit dir teilen. Viel Spaß beim Lesen!

 

Fakten zum Tongariro Crossing

Länge und Dauer

Das Tongariro Alpine Crossing ist eine 19,4 km langer Tageswanderung, die quer durch den Tongariro National Park führt. Für die Bewältigung der Hauptstrecke werden ca. 6,5 Stunden veranschlagt, realistisch gesehen solltest du die Wanderung in 6 bis 8 Stunden schaffen. Es gibt die Möglichkeit, den Gipfel des Mt. Ngauruhoe zu besteigen. Hierfür solltest du ca. 3 Stunden einplanen. Dieser Umweg ist teilweise gefährlich, sehr anstrengend und empfiehlt sich nur, wenn du ein wirklich fitter Wanderer bist!

Kosten und Anfahrt

Das Tongariro Crossing zu wandern ist kostenlos.

Der Nationalpark ist ca. 1,5 Stunden von Taupo und den nächst größeren Orten entfernt, deshalb wird von hier aus ein Shuttleservice angeboten.

Die Busse holen dich an deiner Unterkunft ab und bringen dich zum Startpunkt der Wanderung. Am Nachmittag wirst du am anderen Ende der Route wieder abgeholt und zurückgebracht. Der Service notiert sich genau, wer zu welcher Zeit die Wanderung antritt und hilft dir, wenn du dich verletzen oder verloren gehen solltest. Am einfachsten ist es, bei einem lokalen iSite-Touristenbüro buchen oder deine Unterkunft zu bitten, einen Platz für dich zu reservieren. Ich bin mit den Bussen der „Tongariro Expeditions“ gefahren. Hier findest du eine Liste aller Shuttleanbieter rund um Taupo.

Morgens fahren von Taupo zwei Shuttle-Busse von Tongariro Expeditions zum Nationalpark. Der frühe Bus kam an meiner Unterkunft um ca. 5:30h an und kostete 65$. Der zweite fährt eine Stunde später und kostet nur 60$. Weil ich sehr langsam laufe habe ich mich dafür entschieden, den ersten Bus zu nehmen. Ob sich diese Vorsichtsmaßnahme gelohnt hat, erfährst du im Abschnitt „Fazit“!

Am Zielpunkt des Tongariro Crossings verkehren von 14:30h bis 16:30h regelmäßig Shuttles. Den letzten Bus solltest du auf keinen Fall verpassen, dann kommst du nämlich nur per Anhalter wieder zurück!

Natürlich kannst du auch mit dem eigenen Auto zum Nationalpark fahren und dir so die Shuttlekosten sparen.

Die Vulkane des Nationalparks – Eine kultige Filmkulisse

Das Tongariro Crossing führt dich durch eine teilweise fast surreal wirkende alpine Vulkanlandschaft und beschert dir Ausblicke, wie es sie sonst nirgendwo auf der Nordinsel zu sehen gibt. Besonders toll fand ich die Vielfältigkeit der Kulissen die ich im Laufe der Stunden durchwanderte-langweilig wird dir auf dem Tongariro Crossing sicher nicht!

Der Tongariro National Park ist der älteste Nationalpark Neuseelands und beherbergt drei Vulkane, für die dieser Nationalpark sehr berühmt ist.

Mt. Ruhapehu ist der größte Vulkan Neuseelands und zählt neben White Island in der Bay of Plenty zu den aktivsten Vulkanen des Landes. Mt Ngauruhoe kennen Fantasyfans als Mt Doom aus den „Herr der Ringe“-Filmen. In den zerklüfteten Tälern des Tongariro National Parks wurden viele Szenen rund um Mordor gedreht. Jedes Jahr besteigen viele Fans den Vulkan, um ihr Exemplar des ikonischen Ringes im Krater zu versenken.

Mt. Tongariro besitzt mehrere Krater, die du auf dem Tongariro Crossing umrundest oder besteigst. Zu ihnen gehören der Red Crater, der Blue Lake und die Emerald Lakes.

Deine Packliste für das Tongariro-Crossing

Für mich war das Tongariro Crossing die erste richtig lange Wanderung in Neuseeland und ich muss zugeben, dass ich ziemlich stolz darauf bin, es geschafft zu haben! Ohne meine geliebten Wanderschuhe und einen ordentlichen Haufen Müsliriegel hätte die Wanderung gerade für einen Anfänger wie mich sicher schnell in einen Gewaltmarsch ausarten können.

Neben der eigenen körperlichen Verfassung hängt es vor allem von der Ausrüstung ab, ob einem die Wanderung als tolles Erlebnis oder Tortur in Erinnerung bleibt. Eine funktionale, nicht zu schwere Ausrüstung ist das A und O für ein gelungenes Wanderabenteuer!

Die Bekleidung

  • Gut eingelaufene, fest sitzende Wanderschuhe mit Profil
  • Bequeme, dünne Trekkinghose (keine Jeans! Hosenbeine, die du abtrennen oder hochkrempeln kannst, sind praktisch. Shorts habe ich auf dem Track viele gesehen, empfehlen kann ich sie aber nicht. In den Morgenstunden und auf den Gipfeln ist es richtig kalt!)
  • T-Shirt, Langarmtop, Pullover: So kannst du dir für jede Wetterlage den passenden Zwiebel-Look zusammenstellen
  • Schirmmütze und/oder Sonnenbrille
  • Halstuch/ dünner Schal
  • evtl. eine dünne Mütze gegen Wind und Kälte
  • Regenjacke

Im Tongariro National Park schwingt das Wetter häufig urplötzlich um. Nimm deshalb auch an einem schönen Sommertag warme Klamotten und eine Regenjacke mit!

Der Inhalt deines Rucksacks

  • Ausreichend Trinkwasser (es werden zwei Liter empfohlen, mir hat deutlich weniger gereicht. Besser zu viel als zu wenig mitnehmen!)
  • Proviant (Nüsse, Müsliriegel und Schokolade eignen sich besonders gut, weil sie viel Energie liefern)
  • Sonnencreme
  • Handy
  • Pflaster
  • Kamera

Das Tongariro Crossing von Anfang bis Ende

Der erste Abschnitt: Entspannt in den Morgen

Los geht es am Parkplatz nahe der Mangatepopo Hut. Die Shuttlebusse fahren vor Sonnenaufgang los und selbst im Sommer wanderst du in schneidender Morgenkälte los. (Ich war froh um jede Lage Stoff, nimm dir auf jeden Fall ausreichend warme Kleidung mit, die du ablegen kannst, wenn es wärmer wird.)

Vom Parkplatz aus folgst du dem Lauf eines Baches durch tundraähnliche Täler Richtung Mt Ngauruhoe. Die ersten vier Kilometer eignet sich der Weg wunderbar zum Warmlaufen und ist gut befestigt. Du wanderst durch ein Meer kleiner und großer Basalt-Brocken, Überreste des letzten Vulkanausbruchs. Die Vulkane im Tongariro Nationalpark sind sehr aktiv, erst 1975 brach Mt. Ngauruhoe zum letzten Mal aus! Nach ungefähr einer Stunde und viereinhalb Kilometern erreichst du einen Rastplatz mit Toilettenhäuschen. Hier kannst du einen kurzen Abstecher zu den Soda Springs machen, einem kleinen Wasserfall.

Der zweite Abschnitt: Hinauf in die Berge

Als nächstes folgt der Aufstieg in alpine Höhen. Dieser Teilabschnitt des Tongariro Crossings wird „Devil´s staircase“ genannt. Diesen Namen tragen die in den Berg eingelassenen Treppenstufen zurecht, denn hier wird es anstrengend: Auf einer Strecke von nur 2 Kilometern arbeitest du dich von 1150 Höhenmetern auf ganze 1600 Meter hoch!

Der Aufstieg dauert ca. eine bis anderthalb Stunden. Oben angelangt befindest du dich auf halber Höhe des Mt. Ngauruhoe. Hier kannst du entweder der Hauptroute folgen, oder den Aufstieg zum Gipfel des Vulkans wagen. Wenn du eine gehörige Portion Ausdauer besitzt, lohnt sich das Erklimmen des Mt. Doom auf jeden Fall: Oben Angelangt kannst du sogar einen Blick in den Rachen des Vulkans werfen! Schätze deine Kräfte aber gut ein: Wenn du mit dem zweiten Shuttlebus gefahren bist, langsam läufst, oder nicht viel Wandererfahrung hast, solltest du diesen Umweg nicht machen. Das Risiko ist groß, den letzten Bus zu verpassen oder sich zu verletzen! Der Weg ist nicht befestigt, kaum beschildert und nur zu empfehlen, wenn du gut in Form bist. Ich habe den Aufstieg zum Mt. Doom ausgelassen.

 Der dritte Abschnitt: Seen, Täler und Vulkane

Weiter geht es durch ein weites Tal bis zum Fuß des Red Craters. Der Aufstieg ist zum Teil recht kniffelig, hier bewährt sich gutes Schuhwerk!  Vom Gipfel des Red Craters hast du einen atemberaubenden Ausblick auf den Nationalpark und die Vulkane. Vom Gipfel des Red Craters kannst du bereits die drei Emerald Lakes und in der Ferne den Blue Lake  sehen. Pass gut auf, wohin du trittst: Der Weg hinab zu den Seen besteht aus tiefem Sand und ist sehr rutschig, hier habe ich mich zwei Mal auf die Nase gelegt!

 

Unten angekommen kannst du dir am Ufer der türkis leuchtenden Seen ein Plätzchen für eine Pause suchen. Hier und da steigen Rauchschwaden aus dem Boden auf, die den inzwischen altbekannten Schwefelgeruch verströmen. Eine unglaubliche Kulisse: Das gelbliche Vulkangestein, die knallblaue Seen und im Hintergrund die atemberaubende Aussicht bieten eine unglaubliche Kulisse. Dieser Abschnitt des Tongariro Crossings hat mir am besten gefallen!

Der vierte Abschnitt: Ziel in Sicht

Weiter geht es zum Blue Lake und auf der Rückseite der Kratergruppe hinab zur Ketetahi hut. Hier siehst du Schwefeldämpfe aus vulkanischen Schloten in den Himmel steigen und hast einen traumhaften Ausblick auf den riesig großen Lake Taupo.

Die Hütte erreichst du in etwas mehr als einer Stunde. Von hier aus schlängelt sich der Weg durch eine baumlose Buschlandschaft dem Ketetahi Car Park entgegen, dem Ziel der Wanderung. Ca. 2 Stunden lang geht es stetig bergab, die letzten 50 Minuten läufst du durch einen malerischen Farnwald. Obwohl der Weg hier einfach zu laufen ist, fand ich diesen letzten Teil der Route den mit Abstand anstrengendsten. Das ständige Bergab geht richtig auf die Knie!

Schließlich erreichst du den Car Park, das Ziel deiner Wanderung! Hier solltest du dich sofort bei deinem Shuttle melden um den nächsten Bus in die Stadt nicht zu verpassen!

Ich habe mich um 14:50h erschöpft in den Bussitz fallen lassen. Mit drei kurzen Pausen und vielen Stops zum Fotos-knipsen habe ich für das Tongariro Crossing 7,5 Stunden gebraucht.

Mein Fazit zum Tongariro Crossing

Lohnt es sich?

Das Tongariro Crossing ist eine spannende, abwechslungsreiche Tageswanderung, die auch von Amateur-Wanderern bewältigt werden kann. Eine körperliche Herausforderung ist diese Wanderung aber auf jeden Fall – Die folgenden Tage hatte ich beachtlichen Muskelkater und ordentliche Knieschmerzen.

Es lohnt sich aber: Der anstrengende Marsch wird dich mit wunderschönen Aussichten und einzigartigen Reiseerinnerungen belohnen!

Im Tongariro National Park habe ich die spektakuläre Landschaft Neuseelands gefunden, nach der ich auf der Suche war: Schöne Ecken gibt es viele, aber diese fast surreal wirkende, zerklüftete, dampfende Berggegend findest du so nicht noch einmal.

Es ist allerdings nicht zu leugnen, dass das Tongariro Crossing wirklich SEHR beliebt ist. Konkret gesagt war zu 80% meiner Zeit auf dem Track der nächste Wanderer nicht weiter als 20 Meter von mir entfernt, bergauf gab es zum Teil regelrechten Stau. Trotzdem ist noch Platz genug, die Landschaft, das Laufen und die frische Luft zu genießen.

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Das Wetter – ein wichtiger Faktor!

Das Tongariro Crossing ist eine Wanderung, die durch ihre Panoramen und genialen Ausblicke so erlebenswert wird. Das bedeutet, dass dir ein grauer oder gar regnerischer Tag deine Zeit auf dem Track richtig vermiesen kann. Mach dich vor der Wanderung in deiner Unterkunft oder in einer „iSite“ über das Wetter schlau, es gibt eine Wettervorhersage speziell für das Tongariro Crossing! Der Wanderweg selbst wird zwar nie geschlossen, allerdings wird der Shuttleverkehr an Schlechtwettertagen eingestellt. Auch wenn dir ein Auto zur Verfügung steht: Warte ab, bis es wieder schöner wird!

 

Früher oder später Bus?

Wenn du den „Ngauruhoe Summit“ wandern willst, musst du auf jeden Fall den ersten Bus nehmen, da sonst die Zeit nicht ausreicht.

Obwohl ich langsam gelaufen bin, war ich mehr als anderthalb Stunden vor Abfahrt des letzten Busses am Ziel. Zeitdruck herrscht also nicht, egal mit welchem Shuttle du fährst. Wenn du dir Zeit lassen möchtest und kein geübter Hiker bist, würde ich dir dennoch den frühen Bus empfehlen.

Start Tongariro Crossing
AdresseMangatepopo Car Park
Ziel Tongariro Crossing
AdresseKehetahi Car Park
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3 Kommentare

Gudrun Schnell

Liebe Charlotte, ich lese mit Vergnügen Deine Reisebeschreibungen und bekomme selbst Lust, nach Neuseeland zu reisen.
Viele Grüsse von der Frau aus dem Flieger von Berlin nach Frankfurt, als Du gestartet bist:-)

Charlotte

Mensch ich bin gerührt, vielen Dank! 😀 Ich habe unglaublich viel Spaß hier!

Thomas

Hallo Charlotte,

schöne Fotos ;-). Mit Wetter hast du absolut recht. Ich war im Frühjahr auch auf dem Crossing. Ab den Emerald Lakes hatte ich das Gefühl, dass die Welt untergeht. Bis zum Parkplatz war der Weg nur noch ein Bach. Also auf jeden Fall wetterfeste Kleidung mitnehmen.
Den ersten Bus würde ich auch empfehlen, dann ist noch weniger los.
Abstecher zum Vulkan ist mit etwas Kondition auf jeden Fall empfehlen. Der Abstieg im Geröllfeld ist aber nicht ganz ohne.

Gruß
Thomas

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