Rotorua ist von allen Orten der Bay of Plenty wohl die berühmteste und meistbesuchteste Stadt.

Das mit etwas über 50.000 Einwohnern recht große Rotorua könnte man mit gutem Recht als „Queenstown der Nordinsel“ bezeichnen. Ein riesiges Angebot an Aktivitäten wartet auf dich, von unzähligen Outdooraktivitäten wie Mountainbiken, Reiten, Raften oder Fallschirmspringen bis hin zu spektakulären Naturführungen und Kulturerlebnissen. Außerdem ist das Örtchen Matamata mit seinem berühmt-berüchtigte Fimset „Hobbiton“ nur einen Katzensprung entfernt!

In diesem Artikel möchte ich dir die erlebnisreiche Abenteuerhochburg Rotorua vorstellen und dir einige meiner Lieblings-Sehenswürdigkeiten der Stadt verraten.

Die Vulkanstadt Rotorua

Die rasterförmig aufgebaute, recht kompakte Innenstadt Rotoruas liegt nur wenige Gehminuten vom Lake Rotorua entfernt. Der See ist nach dem Lake Taupo etwas weiter im Süden der zweitgrößte See der Nordinsel. Daher auch der Name der Stadt: Roto (See), Rua (zwei) – Zweiter See. Seine runde Form auf der Landkarte lässt es  schon erahnen: Der See ist ein alter Vulkankrater, den Regengüsse und Grundwasser über Jahrtausende mit Wasser füllten.

Heiße Quellen: Gefahr und Segen zugleich

Der letzte Vulkanausbruch liegt zwar schon lange zurück, nichtsdestotrotz ist der Boden unter Rotorua so heiß und so lebendig, wie eh und je.

Rotorua ist vor allem für seine einzigartigen geothermalen Quellen bekannt, die überall in der Stadt munter vor sich hin blubbern. Richtig mystisch sieht es aus, wenn dichte Dunstschwaden aus den umzäunten Tümpeln emporsteigen. Vor allem der Norden der Stadt ist übersät mit Schlamm- und Wasserteichen, in denen es gefährlich brodelt. Hier entwickeln sich zum Teil Temperaturen von mehreren hundert Grad – also lieber nicht zu weit übers Geländer lehnen! Die weißen Wolken die sich hier in den Himmel kringeln enthalten Wasserstoffsulfid, das Gas, das Rotorua seinen unverkennbaren „Duft“ verleiht: Die gesamte Stadt riecht nach faulen Eiern – in manchen Ecken mehr, in manchen weniger stark. (Auszuhalten ist es aber überall 😉 )

Die Hitze aus dem Erdreich wurde schon von den Maoristämmen sehr geschätzt, die bereits vor Jahrhunderten um die Herrschaft in der Gegend rund um den Vulkansee kämpften. Die vulkanische Wärme macht das Heizen der Häuser im Winter leicht, in der Stadt gibt es gleich mehrere Pool-Landschaften, in denen du dich im warmen Wasser aalen kannst. (Der Schwefel-Schlamm der Pools ist übrigens gut für die Haut!)

Allerdings gab in den letzten Jahren auch immer wieder Zwischenfälle, in denen sich die unterirdischen Gase und Wassermassen ihren eigenen Weg bahnten. Im August 2015 sprengte eine Wasserfontäne ein Bodenventil in einer Seitenstraße, dass eigentlich den Druck der Gase im Boden mindern sollte. Im November 2016 schoss ein 30 Meter hoher Geysir im Lake Rotorua in die Höhe. Diese Ereignisse erinnern die Einwohner Rotoruas an die gewaltigen Kräfte der Natur, die nur ein Stückchen unter ihren Füßen toben.

Die Maori-Kultur in Rotorua

In sonst kaum einer anderen Stadt der Central North Island wird die Kultur der Maori so lebendig erhalten, wie in Rotorua.

Die Region der Bay of Plenty ist für die Entwicklung und die Geschichte des neuseeländischen Urvolkes von großer Bedeutung, da hier die Besiedlung Neuseelands vor vielen Jahrhunderten startete. In insgesamt sieben Kanus erreichten die Vorfahren der Maori das Land. Die Boote landeten an unterschiedlichen Küstenabschnitten und ihre Passagiere gründeten verschiedene Stämme, von denen sich wieder neue, kleinere Stämme abspalteten. Das Kanu, das die Urväter der Stämme Rotoruas an Land brachte, trug den Namen „Te Arawa“. Der gleichnamige Stamm, dessen Siedlungsgebiet sich langsam von den Küstengebieten bis ins Inland ausdehnte, wurde zu einem der Mächtigsten der Nordinsel. Wahrscheinlich nicht zuletzt wegen der Schätze, die es in der Region Rotorua zu finden gab: Dichte Wälder, gute Jagdgründe und natürlich die einzigartigen Heißwasservorkommen. Generationen lang wurde rund um den Rotorua Lake erbittert gekämpft. Bei einer besonders schlimmen Auseinandersetzung mussten um die Tausend Maori, der auf der Insel im See siedelten, ihr Leben lassen.

Heute gibt es unter anderem mehrere nachgebaute Maoridörfer aus der Zeit vor der Kolonialisierung. Hier werden die Traditionen und der Glaube der Maori am Leben erhalten und interessierten Besuchern vorgestellt.

Die interessantesten Sehenswürdigkeiten in Rotorua

Kuirau Park

In dieser Parkanlage im Nordwesten der Innenstadt kommst du Rotoruas rauchender Seele ganz nah. Streife durch dichte Dunstschleier zwischen dampfenden, blubbernden Tümpeln hindurch und wirf einen Blick in die kochenden Schlamm- und Wasserlöcher. Über 40 Stück gibt es im Kuirau Park, immer wieder brechen neue Quellen aus dem Boden und formen einen weiteren heißen Teich.

Ein fantastischer Ort!

Ohinemutu

Ohinemutu ist der älteste Stadtteil Rotoruas. Dieses eigentlich eher unscheinbare Viertel am Seeufer bietet auf den ersten Blick wenig besonderes. Hier kannst du jedoch besser als irgendwo sonst in Rotorua beobachten, welche Auswirkungen die einzigartigen geothermalen Aktivitäten auf das Stadtgebiet haben.

Die Häuser in Ohinemutu wirken etwas veraltet und spartanisch mit ihren Wellblechdächern. Dass in diesem Teil der Stadt die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, liegt daran, dass es in Ohinemutu verboten ist, sein Haus in irgendeiner Weise auszubauen. Der Boden ist hier beinahe bis zum Platzen mit Gasen gefüllt – eine ungünstig gesetzte Mauer könnte fatale Folgen haben.

Zudem ist auch ein Besuch der kleinen Kirche des Stadtteils interessant. Hier fallen die weiß getünchten überirdischen Gräber auf: Aufgrund der hohen Temperaturen im Boden können die Verstorbenen nicht auf die übliche Weise beerdigt werden.

Waiotapu Thermal Wonderland

Lust auf ein bisschen „Natur-Dramatik“? Dann auf nach Waiotapu! In diesem Labyrinth aus Kratern, Geysiren und Teichen kannst du unter anderem die farbenprächtigsten vulkanischen Seen Neuseelands bestaunen. Das knallige Orange und giftige Neongrün leuchtet dir schon von weitem entgegen. Das Highlight des Waiotapu Thermal Wonderland ist der Lady Knox Geysir. Jeden Tag um 10:15 Uhr schießt der Geysir eine 10 bis 20 Meter hohe Fontäne heißen Wassers in den Himmel. Zugegeben, von selbst würde der Geysir sich wohl nicht an diese Zeiten halten – beim Ausbrechen wird etwas nachgeholfen. Das macht das ganze aber nicht weniger eindrucksvoll!

Waiotapu erreichst du entweder mit dem Shuttle im Rahmen einer Tour, oder mit dem Auto nach ca. 40 Minuten Fahrt.

The Redwoods /Whakarewarewa Forest

Dieser Wald im Süden der Stadt trägt seinen Namen aufgrund der kräftig rot gefärbten Stämme der vielen Sequoien. Diese Nadelbäume wurden Ende des 19. Jahrhunderts von Kalifornien nach Neuseeland gebracht, weil man meinte, mit ihnen Nutzwälder für Bauholz anlegen zu können. Die Rechnung ging nicht auf: Die Stämme der Sequoie, auch Mammutbaum genannt, treiben schon wenige Meter über dem Boden Äste aus, die vielen Astlöcher machten das Holz wertlos. Der Wald steht trotzdem noch und wird Rotorua wohl noch lange erhalten bleiben: Mammutbäume werden in der Regel über 600 Jahre alt.

Der Whakarewarewa Forest ist ein wahres Paradies für Mountainbiker und Wanderer. Rotorua ist ein richtiges Radfahrer-Mekka, aus aller Welt reisen passionierte Mountainbiker an um hier die gut gepflegten Tracks zu befahren. Außerdem gibt es mehrere hübsche, gut gepflegte Rundwanderwege.

In Rotorua gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, den Tag mit Abenteuern zu füllen. Vielleicht habt ihr in diesem Artikel ja ein paar Anregungen für die Planung eures Trips gefunden – viel Spaß in Rotorua!

Kuirau Park
Ohinemutu (Kirche)
Waiotapu Thermal Wonderland
Adresse201 Waiotapu Loop Rd

Rotorua 3073
ÖffnungszeitenTäglich
8.30h - 17.00h

Tel: 07-366 6333
The Redwoods/Whakarewarewa forest
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