Für zwei Dinge ist Rotorua bekannt, wie ein bunter Hund: Seine einzigartigen geothermalen Quellen – und die reiche Maorikultur, die hier unter anderem in drei Maori-Dörfern wieder zum Leben erweckt wird.

Das Tamaki Maori Village habe ich besucht und möchte euch hier berichten, was ich dort erlebt habe und warum dieses Event für deinen Besuch in Rotorua zu den absoluten Must-do´s gehört!

Diese Maori-Dörfer kannst du in Rotorua besuchen

In Rotorua gibt es drei Dörfer, in denen du die Traditionen der Maori hautnah erleben kannst.

Tamaki Maori Village

Das Tamaki Maori Village wurde Ende der Achziger Jahre von zwei Brüdern ins Leben gerufen, die die Bräuche und die Lebensart ihrer Vorfahren den zahlreichen Besuchern Rotoruas näherbringen wollten.

Das Dorf ist eine Nachbildung einer präkolonialen Waldsiedlung und liegt ca. 20 Auto-Minuten von Rotorua entfernt. Es wird ausschließlich für geschlossene Gruppen geöffnet, die Veranstaltung finden abends statt. Ein Abend im Dorf dauert etwa drei Stunden. Du wirst in uralte Rituale der Maori eingeweiht,  bei einer Führung durch das Dorf demonstrieren die geschulten Darsteller traditionelle Spiele und zeigen, wie das Leben im Dorf vor Jahrhunderten ablief. Anschließend werden dir im Rahmen einer Bühnenshow im Versammlungshaus Tänze, Gesänge und der Umgang mit traditionellen Waffen präsentiert. Danach wird das Hangi aufgetischt, ein im unterirdischen Erd-Ofen gegartes Abendessen, der krönende Abschluss des Abends.

Der Unterschied zu den beiden anderen Dörfern:

Es gibt im Tamaki Maori Village, die Möglichkeit, einen „Overnight stay“ zu buchen! Verbringe die Nacht in einem mit kunstvollen Schnitzereien verziehrten „Whare Moe“, nachdem du uralten Legenden gelauscht, an der Evening experience teilgenommen und ein heißes Bad im Thermal Spa Pool genossen hast.

Mitai Maori Village

Mitai Village liegt etwas näher an Rotoruas Stadtzentrum. Die Grundidee dieses ebenfalls nachgebauten Dorfes ist ähnlich der des Tamaki Maori Village: Hier dreht sich alles um alte Traditionen, Tänze, Gewänder und Geschichten. Im Mittelpunkt steht hier nicht das Dorf, sondern die heiligen Stätten ringsherum. Teil der Abendprogramms ist ein Spaziergang zu den mystischen Fairy Springs und eine Wanderung in der Dunkelheit durch den wie magisch leuchtenden Glowworm-Forest. Abschluss des Abends ist hier ebenfalls ein üppiges Hangi, traditionell im Boden zubereitet.

Der Unterschied zu den beiden anderen Dörfern:

Das Mitai Maori Village ist nicht nur am Abend geöffnet. Du kannst hier zudem für gutes Geld eine Ancient World Daytime Guided Tour buchen. Das Hangi-Dinner und die kulturellen Performances fallen hierbei allerdings weg, zudem gibt es keinen Transportservice. Vor allem bei den Locals genießt das Mitai Maori Village einen sehr guten Ruf in Sachen Authentizität!

Whakarewarewa Village & Te Puia

Das ca. 250 Jahre alte Dorf grenzt an den gleichnamigen Wald am südlichen Ende Rotoruas. Anders als die beiden anderen, leben in diesem Dorf seit jeher Maori, dementsprechend geht es hier nicht nur um Vergangenheit, sondern auch das heutige Leben der Ureinwohner. In Whakarewarewa kannst du dir ein ca. halbstündiges Konzert mit traditioneller Musik anhören und in kochend heißen Thermalpools gegarte Maiskolben probieren. Direkt nebenan befindet sich „Te Puia“. Hier kannst du den Pohutu-Geysir bestaunen und am Abend ebenfalls ein Hangi buchen.

Der Unterschied zu den beiden anderen Dörfern:

Hier kannst neben einer Evening Experience auch an einzelnen kleine Events teilnehmen, so müssen zum Beispiel die dreiviertelstündigen Konzerte, die drei Mal am Tag stattfinden, nicht im Voraus gebucht werden. Wenn du einen kompletten, atmosphärischen Maori-Abend erleben willst, rate ich dir aber, eines der anderen Dörfer zu besuchen.

Mein Abend im Tamaki Maori Village

Der Bus des Tamaki Maori Village holte mich um kurz nach halb sieben direkt an meiner Unterkunft ab. Der erste Stopp: Das Tamaki Village Zentrum im Stadtinneren. Wer noch kein Tour-Ticket gekauft hatte, konnte hier eines lösen, außerdem erhielten wir Informationsblätter zum Ablauf des Abends.

Um etwa sieben Uhr stiegen wir wieder in unseren Bus. Unser Tourguide war in bester Laune und unterhielt uns mit Anekdoten aus der Maori-Szene, wir lachten viel und die 20 Minuten bis zum Dorf vergingen wie im Fluge. Wir wählten aus unserer Reisegruppe einen jungen Amerikaner zu unserem „Stammeshäuptling“, er sollte unseren Bus während der Empfangszeremonie vertreten.

Der Empfang

Das Dorf liegt mitten im Wald, die Hütten, Palisadenzäune und Wege fügen sich fast nahtlos in den Hintergrund ein. Angekommen auf dem Platz vor dem Dorfeingang, warteten alle Busgruppen gespannt auf die Ankunft des „gastgebenden Stammes“, deren Friedensangebot wir erst abwarten mussten, um das Dorf betreten zu dürfen.

Nach einigen gespannten Minuten entdeckten wir das geschmückte Kanu. Eine Gruppe Maori-Krieger in traditioneller Kleidung näherte sich unserer Gruppe, die Gesichter kunstvoll mit typischen Tattoos verziert. Das Empfangsritual dient vor allem der Einschüchterung der Besucher, in meinem Fall hat es funktioniert. Mit weit aufgerissenen Augen und bedrohlichen Gesten hießen uns die Krieger willkommen. Minutenlang waren wir gefesselt vom Anblick der komplizierten Fußfolgen. Schließlich wurde das Friedenssymbol niedergelegt und von einem unserer erwählten „Chiefs“ aufgehoben. Wir durften eintreten.

Auffordernd deutet der Krieger auf das Farnblatt, das Friedenssymbol

Begegnungen im Dorf

Im Dorf wurden die Besucher in mehrere kleinere Gruppen aufgeteilt. An verschiedenen Orten im Dorf wurden wir in unterschiedliche Bereiche der Maorikultur eingeweiht. In den folgenden 20 Minuten erfuhren wir, was Gesichtstattoos bedeuten, wie die Maori vor Jahrhunderten nach Neuseeland kamen und vieles mehr.  Die Frauen duften das Spiel mit „Pois“ ausprobieren, einer Art Musikinstrument, den Männern wurde der legendäre „Haka“, ein Kriegstanz, beigebracht.

Anschließend versammelten wir uns vor den zwei Hangi-Öfen, in denen bereits seit einigen Stunden unser Abendessen vor sich hin köchelte. Bei dieser uralten Methode des Kochens werden Steine in einem Feuer erhitzt. Fleisch und Gemüse werden über die Steine gestapelt und das Loch mit feuchten Tüchern und Erde verschlossen. Vor unseren Augen wurde das Essen aus den Löchern gehoben. Es roch köstlich, probieren durften wir allerdings noch nicht.

Tanz, Musik und ein festliches Dinner

Zuvor versammelten sich alle Besucher im großen Versammlungshaus. Hier versanken wir ca. eine halbe Stunde lang in den Anblick einer Bühnenshow. Tänze, alte und moderne  Lieder, Kampfmethoden und der „Haka“ wurden uns präsentiert. Einfach hypnotisierend, den wirbelnden Pois zuzusehen und dabei den Liedern zu lauschen, die eine Ahnung vom damaligen Leben im Paradies aufkommen lassen.

Direkt im Anschluss genossen wir unser Hangi-Dinner, ein üppiges Buffet mit einer reichen Auswahl an Gemüse, Fleisch und Meeresfrüchten. Ich übertreibe nicht: Es war ein Fest und ich habe geschlemmt wie ein König. Zum Nachtisch wurde Pavlova aufgetischt: Mein neuseeländisches Lieblingsessen!

Wir lauschten der Abschiedsrede und kehrten gegen 10 Uhr zu unserem Bus zurück, der uns nach einer kurzweiligen Fahrt wieder zu unseren jeweiligen Unterkünften brachte.

Lohnt sich ein Besuch im Maori Village?

Auf jeden Fall! Wenn du Maori-Kultur „in Action“ erleben möchtest, solltest du dir bei deinem Aufenthalt in Rotorua einen Besuch in einem der Maoridörfer nicht entgehen lassen.

Natürlich gehören die Maori- Erlebnisabende zu den Highlights in Rotorua und müssen dementsprechend für größere Touristengruppen passend gemacht werden. Trotzdem gelingt es dem Tamaki Maori Village, seinen Besuchern die Würde und die Bedeutsamkeit alter Traditionen zu vermitteln. Hier wird dir sowohl Entertainment, als auch Kultur geboten.

In den Dörfern wird die mystische Welt der Maori in Szene gesetzt: freue dich auf eine farbenfrohe Show mit viel Musik, Kostümen und richtig gutem Essen. Die Maori Villages sind dem „gelebten Teil“ der Maori-Kultur gewidmet, das bedeutet: Tanz, Spiel, Rituale.

Ich habe den Abend sehr genossen und musste mich häufig daran erinnern, meine Kinnlade wieder zuzuklappen. Für mich war der Besuch im Tamaki Maori Village ein absolutes Highlight – wenn ich in ein paar Monaten wieder nach Rotorua komme, werde ich auf jeden Fall auch das Mitai Maori Village besuchen!

Tamaki Maori Village (Start Tour)
Adresse1220 Hinemaru St

Rotorua city
Rotorua 3040

Tel: 07-349 2999
Mitai Maori Village
Adresse196 Fairy Springs Rd

Fairy Springs
Rotorua 3015
Öffnungszeiten07-343 9132
Whakarewarewa & Te Pia
Adresse7 Tryon St

Whakarewarewa
Rotorua 3010

Tel: 07-349 3463
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