Das Cape Reinga & der Ninety Mile Beach

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Charlotte
5. September 2019
8 Bewertungen

Das Cape Reinga und der weltberühmte Ninety Mile Beach gehören für mich zu den spektakulärsten Natur-Highlights der Nordinsel.

Warum? Hier oben das beeindruckende Zusammenspiel der Elemente zu beobachten, ist ein wunderschönes Erlebnis. Seewind, stürmisches Meer, atemberaubende Landschaften – die Nordspitze Neuseelands ist weit mehr als nur ein Landzipfel.

Das Cape Reinga

Das Cape Reinga ist die nordwestlichste Spitze der Nordinsel. In den Legenden der Maori spielt dieses Kap eine entscheidende Rolle: Hier beginnen die Seelen der Verstorbenen ihre Reise nach Hawaiki, dem fernen Land ihrer Ahnen.

Die Landschaft ist wild und karg, nur wenige Pflanzen gedeihen im rauen Meerwind. Genau vor dem Kap treffen sich zwei Ozeane, der Pazifik im Osten und die Tasman Sea im Westen, bekannt für Stürme und gefährliche Strömungen.

Das Cape Reinga gehört für mich nicht nur zu den Must-Sees des hohen Nordens, sondern zählt eindeutig zu den Top-Highlights der gesamten Nordinsel. Zugegeben, die Geister scheiden sich hier. Manche sagen: „Es ist nur das Ende einer Insel“- und das ist es genau genommen auch. Die einzigartige Atmosphäre und die ungezähmte Wildnis dieses Ortes sind es, die das Cape Reinga und seine Umgebung für mich so besonders machen. Ich bin sehr froh, hier gewesen zu sein!

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Das Kap besuchen – aber wie?

Obwohl die Region um das Kap und den Ninety Mile Beach zu den wohl einsamsten Ecken des Landes gehört, gibt es diverse Möglichkeiten, in den hohen Norden zu gelangen:

Per Tourbus oder Flugzeug

In vielen Orten der Ost- und Westküste werden Bustouren ans Kap und an den Strand angeboten. Der Vorteil: Du bekommst wahnsinning viel zu sehen! Unterwegs wird Halt gemacht in abgelegenen Dörfchen, Buchten, und Kauri-Wäldern – Stationen, die man auf einem selbstgeplanten Trip eventuell nicht angesteuert hätte. Die Highlights: Eine Fahrt über den Ninety Mile Beach und Sandboarding auf den Te Paki Dünen! Dein Tourguide versorgt dich mit interessanten Infos zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.  Extras wie Leih-Sandboards und Pausensnacks sind im Preis häufig mit inbegriffen. Eine komplette Tagestour kostet um die 100$, je nach dem, wo und wie früh du buchst.

Wenn du keine Transportmöglichkeit hast oder den Komfort eines bequemen Fahrzeugs plus einer Portion Abenteuer nicht missen willst, ist eine Tagestour das richtige für dich.

Wie lange dauert eine Tour zum Cape Reinga und zurück?

Ob du eine Tour buchst oder auf eigene Faust das Kap besuchst, macht zeitlich keinen Unterschied. Egal für welche Variante du dich entscheidest, einen gesamten Tag solltest du dir Zeit nehmen.

Lass dich von den Dimensionen deiner Landkarte nicht verwirren. Zwar sieht es so aus, als wäre die Strecke von der Bay of Islands bis ans Kap schnell zurückgelegt, die Straßen sind aber zum Teil stark gewunden, schmal oder entpuppen sich als Schotterpiste.

Um nicht in Eile zu geraten, lohnt es sich, früh aufzustehen! Ich habe für die Tour in den Norden um 9.00h mein Hostel verlassen und war um 20.30h wieder da. Ein langer Trip, selbst ohne Trödelei!

Der Weg zum Kap

Ich habe das Cape Reinga und den Ninety Mile Beach von Paihia aus besucht. Kurz hinter der Bay of Islands fährst du auf den State Highway 10. Die Gegend hier oben ist sehr dünn besiedelt, dementsprechend gibt kaum Staßen, auf denen man im vernünftigen Tempo vorankommt.

Das Cape Reinga und der Ninety Mile Beach liegen dicht beieinander auf einer langgezogenen Landzunge.

Auf dem Weg dorthin trifft man nur selten auf kleine Dörfchen, die Landschaft wird dominiert von weiten Wiesen und Wäldern. Von Kühen, Pferden und Schafen bevölkerte Weiden erstrecken sich bis an den Horizont.

Nicht überall bietet die Gegend einen schönen Anblick: Großflächig abgeholzte Flächen erinnern an die lange verschwundenen Kauriwälder, die einst fast die gesamte Nordinsel bedeckten.

Auf Höhe des Örtchens Awonui wechselst du auf den State Highway 1, die einzige Straße, die das Cape Reinga mit dem „Rest der Welt“ verbindet. Auf der lang gezogenen Halbinsel, dessen Spitze das Cape Reinga bildet, wirkt die Landschaft wild und karg. Dörfer gibt es hier so gut wie keine mehr. Ab und zu kommst du an einsam gelegenen Farmhäusern vorbei. Solarzellen auf dem Dach und Regenwassertanks verraten, dass sich die Menschen hier oben auf ein Leben abseits der Zivilisation eingestellt haben.

Angekommen am Cape Reinga

Auf den letzten Kilometern wandelt sich die Landschaft. Es sind kaum noch Bäume zu sehen, mit Gras bewachsene Sanddünen bestimmen das Bild.

Irgendwann kommt die Westküste in Sicht. Der Wind peitscht wilde Wogen an den Strand, es duftet nach Salz.

Am Kap angekommen, kannst du auf einem der zwei Parkplätze parken. Ein befestigter Weg schlängelt sich durch die raue Küstenlandschaft bis zum ikonischen weißen Leuchtturm an der Spitze des Cape Reinga. Einige knorrige Bäume trotzen dem unerbittlichen Seewind, ansonsten wächst hier nicht viel, außer Gräsern und Büschen. Die Küste steil zum Meer hin ab, viele Meter unter dir brechen die Wellen am felsigen Ufer.

Wenn du ganz vorne am Leuchtturm stehst, hast du den nördlichsten begehbaren Punkt Neuseelands erreicht. Das gesamte Land liegt jetzt in deinem Rücken und vor dir kommt nichts mehr als Meer, Meer und irgendwann Australien, in mehreren Tausend Kilometern Entfernung.

Auf dem Spaziergang zurück zum Parkplatz solltest du auf die Schilder am Wegesrand achten. Sie verraten dir eine Menge über die Maori-Legenden, die sich um diesen besonderen Ort ranken.

N, Cape Reinga, Lighthouse, Northland, OWN

Der Ninety Miles Beach

Die Te Paki Dünen

Ca. 20 Minuten entfernt vom Cap Reinga findest du die Te Paki-Dünen und den Te Paki- Stream. Hier, im größten Sandkasten Neuseelands, kannst du herrliche „Wüstenwanderungen“ machen, oder auf einem Sandboard an einer Dünenflanke hinabsausen. Ein Sandboard kannst du dir entweder direkt an den Dünen ausleihen, oder du machst zwischen Kap und Dünen halt an einem der zahlreichen Privatverleihe.

Wenn du die Dünen bewanderst und bis zum Horizont nichts als Sand siehst, bekommst du eine Ahnung davon, wie riesig der Ninety Mile Beach tatsächlich ist. Ich bin über eine Stunde durch dieses eindrucksvolle Sandmeer gewandert. Dieses Naturerlebnis hat mir eine meiner besten Neuseelanderinnerungen beschafft. Hier oben hast du nur den Wind und das leise Sandgeriesel in den Ohren. Es ist, als läufst du über einen anderen Planeten!

Ein Dünenspaziergang macht allerdings nur mit der richtigen Ausrüstung richtig Spaß: Du solltest auf jeden Fall eine lange Hose, einen Schal, eine winddichte Kapuzenjacke und eine Sonnenbrille mitnehmen.

Der Te Paki Stream

Der Te Paki Stream schlängelt sich an den Dünen vorbei auf den Ninety Mile Beach. Busse und Autos nutzen das das Bachbett als Strandzufahrt, allerdings kannst du hier auch toll spazieren gehen. Der Bach führt nur sehr wenig Wasser, sodass du wunderbar barfuß über den weichen Sand zum Strand wandern kannst. Vom Autoparkplatz bis zum Strand sind es zu Fuß etwa 40 Minuten.

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Der Strand

Der Ninety Mile Beach ist ein Strand der Superlative: Am Längsten, am Windigsten, am Wildesten! Tatsächlich ist der Strand allerdings keine 90, sondern „nur“ 55 Meilen lang.

Bei meinem Besuch des Ninety Mile Beaches zeigte sich das Wetter von seiner ungezähmten Seite: Wolkenfetzen jagten am Himmel, Schaumflocken wirbelten durch die Luft und eine steife Seebrise machte einen Spaziergang am Strand zu einem Unternehmen, dass ich nur den wetterfesten Reisenden empfehlen kann. Nichts desto trotz hat mich der Ninety Mile Beach sehr beeindruckt. Auch wenn du hier vielleicht nicht gerade einen entspannten Badetag verleben können wirst, solltest du dem König der Strände einen Besuch abstatten!

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Mein Fazit zum hohen Norden Neuseelands: Wild, windig und absolut sehenswert!

Ich fand es beeindruckend, wie viele verschiedene Landschaften auf diesem kleinen Fleckchen Erde Platz finden. Steilküsten und Meer, karge Ödnis neben saftigen Urwäldern, Weiden und Wüsten.

Das Ende Neuseelands ist ein magischer Ort!

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