Der wichtigste Reisebegleiter eines Backpackers ist, wie der Name schon sagt: Sein Rucksack.Was macht einen guten Backpacker-Rucksack aus und worauf solltest du beim Kauf achten? Mit diesen Tipps findest du sicher schnell deinen idealen Weggefährten!

Nationalparks durchwandern, Trampen, die „Great walks“ bezwingen – wer in Neuseeland viel zu Fuß unterwegs sein will, für den ist der Trekking- oder Backpacker-Rucksack der beste Freund.Klar ist: Er muss zum Träger passen, sonst ist es mit dem Spaß am Laufen ganz schnell vorbei.

Wer so wie ich in Outdoorläden Ausschau nach dem idealen Reiserucksack hält, dem begegnet eine Vielzahl von Rucksäcken in unterschiedlichsten Farben und Größen. Je nach Anbieter beherrscht mal die eine, mal die andere Marke das Bild, drei Hersteller begegnen einem allerdings immer wieder: Tatonka, Deuter und Osprey sind inzwischen sowohl im Internet, als auch in Fachgeschäften überall zu finden.

Folgende Backpacker-Rucksäcke habe ich getestet:

  • „Isis“ 50 und 60 von Tatonka
  • „Aircontact“ 50+10 und 60+10 von Deuter
  • „Aircontact Pro“ 55+15, ebenfalls von Deuter
  • „Ariel“ 55 von Osprey

(Die Zahlen geben jeweils das Packvolumen in Litern an.)

Wie groß muss ein Backpacker-Rucksack sein?

Die Größe des idealen Reiserucksacks wird zum einen von den Körpermaßen der Trägers, zum anderen vom Verwendungszweck abhängig gemacht. Wer über längere Zeit aus seinem Rucksack leben will, sollte ein Modell wählen, das allen wichtigen Kleidungsstücken und Utensilien ausreichend Platz bietet. Zudem sollte genügend Extra-Stauraum für neue Anschaffungen und Souvenirs zur Verfügung stehen. (Als Faustregel gilt: Ungefähr ein Viertel deines Backpacker-Rucksacks sollte beim Antritt deiner Reise noch leer sein.)

Du solltest stets im Hinterkopf behalten, dass du dein neues Ungetüm auch über längere Strecken tragen können musst. In einem 85l-Profi-Rucksack finden zwar Zelt, Isomatte und dein halber Kleiderschrank Platz. In Großstädten oder auf langen Wanderungen wird so ein Rucksack aber eher keine gute Wahl sein.

Ein 55- bis 70-Liter-Rucksack ist in der Regel ausreichend.

Übrigens: Zusätzlich zum Haupt-Volumen eines Trekking-Rucksacks ist häufig auch ein Erweiterungsvolumen angegeben. (Schau dir meine Rucksack-Liste von oben an!) Der obere Teil des Rucksacks lässt sich dann verlängern, das schafft zusätzlichen Stauraum.

Form und Tragesystem deines Backpackerrucksacks

Lass dich bei der Wahl deines Rucksacks nicht von flotten Designs oder witzigen Extras beirren: Das Wichtigste ist der Sitz! Ein Rucksack, der nicht optimal passt und später drückt oder kneift, ist reine Geldverschwendung.

Welche Marke mehr, welche weniger taugt, ist nicht pauschal zu sagen: Jeder Hersteller hat sich auf individuelle Tragesysteme und Designs spezialisiert. Bei der Entscheidung für eine Variante kommt es auf Körperbau und Geschmack an.

Über die Hüftpolster des Tragesystems wird das Gewicht des Gepäcks auf die Beckenknochen verlagert. Du solltest also darauf achten, dass diese gut und dicht anliegend sitzen und du nicht zu viel Druck auf den Schultern verspürst. Ob die Hüftpolster richtig sitzen, hängt stark von der eingestellten Rückenlänge des Rucksacks ab. Lass dir am besten von einem Fachangestellten in deinem Outdoorshop beim Nachjustieren helfen.

Du solltest die Modelle, die für dich in Frage kommen, auf jeden Fall vollgepackt anprobieren und eine Weile mit dir herumtragen. Welche Tragevariante zu dir passt und welche unbequem oder unpraktisch ist, wird dir schon nach wenigen Minuten klar.

Drei verschiedene Hersteller, drei verschiedene Ansätze

Tatonka stellt eher schlanke, hohe Rucksäcke her. Das Modell Isis sitzt angenehm, die Hüftpolster federn das Gewicht gut ab. Ich konnte mich gut bewegen und vergaß schon bald, dass ich einen über 10 kg schweren Berg mit mir herumtrug.

Die Rückenlänge lässt sich ganz einfach per Klettverschluss verstellen, es sind genug Stufen vorhanden, um auch kleine Änderungen vornehmen zu können.

Deuter-Rucksäcke sind etwas breiter und ausladender. Das Tragesystem ist anders konzipiert, auch die Polsterung unterscheidet sich, besonders beim „Aircontact Pro“, stark von Tatonka-Modellen: Der Rucksack liegt nur oben an den Schulterblättern, sowie auf dem Steiß am Rücken an. In der Rückenmitte kann Luft zwischen Rucksack und Körper fließen. Die Rückenlänge lässt sich stufenlos verstellen, allerdings liegt der entsprechende Riemen in der Polsterung versteckt und muss erstmal „herausgekramt“ werden.

Im Vergleich zu Tatonka und Deuter sind Osprey-Rucksäcke weniger stark gepolstert, die Last wird nicht auf dem Hüftknochen, sondern eher auf dem Steiß getragen. Die Rückenlänge des Rucksacks lässt sich hier ebenfalls stufenlos verstellen: Die Schultergurte sind an einer Platte befestigt, die sich verschieben lässt. Vom Konzept her hat mir der Osprey-Rucksack zwar gut gefallen, mir persönlich war die Rückenpolsterung allerdings nicht komfortabel genug.

Die Ausstattung deines Backpacker-Rucksacks

Du solltest bei der Wahl deines Rucksacks Wert auf einen sogenannten „Front access“ legen, einer großen Öffnung an der Vorderseite des Rucksacks. Stress und Chaos sind vorprogrammiert, wenn du ausschließlich von oben Zugriff auf deine Sachen hast. Bei Tatonka und Deuter lässt sich die Vorderseite wie bei einem Koffer an drei Seiten öffnen,bei Osprey leider nur an zwei.

Viele Trekking-Rucksäcke bieten Extras, z.B. ein Erste-Hilfe-Fach, Geldtäschchen am Hüftgurt oder ein luftdurchlässiges Außenfach, in dem nasse Bikinis oder Handtücher trocknen können. Sinnvoll ist dieses Zubehör sicher, zwingend notwendig allerdings nicht. Die Auswahl deines Backpacker-Rucksacks solltest du nicht an diesen Beigaben festmachen.

Viele Taschen, vorallem kleinere, die du von außen schnell erreichen kannst, sind im Stadt- oder Flughafengetümmel sehr praktisch.

Ein geräumiges Bodenfach ist toll für Schuhe oder schmutzige/ nasse Wäsche.

Was kostet ein guter Backpacker-Rucksack?

Ein robuster, gut ausgestatteter Trekkingrucksack liegt preislich, je nach Größe, Hersteller und Anbieter, zwischen 200 und 350 Euro.

Tu dir den Gefallen und lass nicht den Preis entscheiden. Ein schmerzender Rücken oder gehetztes Gestopfe sind keine 100 Euro wert. Du sollst schließlich Freude an deinem neuen Rucksack haben!

Ich habe mich am Ende für den Deuter „Aircontact Pro“ entschieden. Er lag im Vergleich zu den anderen Testkandidaten im eher hochpreisen Segment (rund 280 Euro), aber ich konnte ihn mit einem guten Gefühl kaufen – und das ist schließlich das wichtigste.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Suche!

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